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Erste Vorlesung 2006-05-01

Das Wochenende überstehe ich gut!

Samstag Vormittag besuche ich ein Garage Sale, der vom Stadtteil "Beechwood" veranstaltet wird - etliche Bewohner des Viertels entrümpeln und verkaufen gebrauchte Dinge im Flohmarkt-Stlye, jedoch in ihrer eigenen Garage! Ist ganz nett und eine ungezwungene Athmosphäre.
Nachmittag/Abend zieht Matt, mein "Vorgänger" aus - seine Familie ist aus London/Ontario gekommen um ihn und seine Sachen abzuholen. Zum Abschied grillen wir zusammen!
So verlasse ich am Sonntag Joels Zimmer und ziehe in mein neues Domizil im Basement. Endlich kann ich meine Koffer entpacken!
Die Woche klingt mit bible studies in der Fellowship Church aus. Es werden Tipps zum Umgang mit Geld gegeben und Ideen, wie man sparen kann (ich stelle die Frage in die Runde ob wirklich jemand ernsthaft diese Tipps braucht, denn mir erscheint das alles sehr selbstverständlich).
Montag findet endlich meine erste Vorlesung statt:
"Mechanics of deformable solids II".
Erster offensichtlicher Unterschied zu VL in Deutschland: Die zeitliche Basiseinheit beträgt hier 50 statt 90 Minuten.
Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine 2nd-year-Vorlesung. Es ist alles fast wie in der Schule strukturiert; die ca. 60-80 Kommilitonen bilden fast einen Klassenverband. Entsprechend schwer ist es für mich, Kontakte zu knüpfen.
Nach dieser Veranstaltung hätte ich schon Schluss gehabt; jedoch bleibe ich weitere 50 Minuten um mir auch noch die VL
"Introduction to Microprocessors and Digital Logic"
anzuhören (werde ich nicht weiter machen).
Bei beiden Veranstaltungen habe ich nicht wirklich etwas dazu gelernt. Bin ja schließlich auch ein Jahr voraus :-)
Desweiteren bin ich im 3rd-year-Kurs
"Manufacturing Processes"
eingeschrieben, möchte allerdings gern noch eine dritte Vorlesung dazubuchen:
"Economics for Engineers". Hört sich jedenfalls gut an ;-)

Ich überlege ernsthaft eine Initiative zu gründen, die das Ziel anstrebt sämtliche DIN auch für Kanada verbindlich einzuführen. Das Papierformat ist anders (nicht ganz so hoch, dafür ein klein wenig breiter), und auch die Locher ("puncher") sind ganz anders... ahhhh...
1.5.06 20:36


2006-05-06 Hochschulsystem Kanada

Die erste Vorlesungswoche liegt hinter mir!
Das Niveau der University of Waterloo scheint nicht unter dem von Paderborn zu liegen. Auch wenn die ersten Vorlesungen nur aus Review bestanden, hatte ich an so manchem zu beißen. Sicher liegt es aber auch an der "fremden" Sprache, obwohl ich inhaltlich meist doch ganz gut folgen kann.
Man wird hier motiviert, kontinuierilch über den gesamten Term mitzuarbeiten. Es gibt also nicht nur eine Abschlussklausur, sondern in jedem Fach mindestens eine Zwischenprüfung, meistens auch mehrere Assignments (Übungen), die man absolvieren muss um 100% erreichen zu können. Die Abschlussklausur ist meist am stärksten gewichtet, doch wenn man in den Vorleistungen schon viele Punkte verloren hat, kann man mit ihr auch kein gutes Ergebnis mehr durch erreichen.

Ich belege nun drei Kurse; alle sind in unterschiedlichen Klassen (2nd und 3rd year). Ob ich dieses Klassensystem hier gut finden soll, weiß ich noch nicht wirklich. Jedenfalls wird den Studierenden viel Verwaltungsaufwand abgenommen. Die Hochschule erstellt für jede Klasse Wochenstundenpläne, meist bleiben die Klassen den ganzen Tag im gleichen Raum und die Profs kommen in die Klasse (eben wie in der Schule). Außerdem gibt es eine Art Verfügungsstunde - alles undenkbar an deutschen Hochschulen.
Auch die Skriptverwaltung ist zentral organisiert. Hochschulweit arbeiten alle mit dem UW-Angel-System. Da kann man sich einloggen und hat sofort eine Übersicht über die belegten Kurse und einfachen Zugriff auf alle Unterlagen. Da kann sich die "Universität der Informationsgesellschaft" noch eine gute Scheibe von abschneiden.

Darüber hinaus liegt viel Laufarbeit hinter mir. Fürs Auslandsbafög bin ich nahezu täglich in unterschiedlichen Büros und werde von einem zum anderen verwiesen (angeblich sei der "Behördenkampf" in Kanada viel erträglicher als in Deutschland. Kann ich bisher nicht bestätigen). Mein Gastvater Bill ermutigt mich immer: Naja, auch wenn du noch nicht das Ziel erreicht hast - immerhin bist du einen Schritt weiter gekommen oder hast eine neue Info bekommen oder.... Mir kommt es jedoch jedesmal wie ein inkrementeller Schritt vor...
Montag werde ich es hoffentlich hinter mich bringen und dann das ganze Zeug auf einen Schlag nach Deutschland abschicken können!!!

In der zurückliegenden Woche fanden auch viele Info-Veranstaltungen von allerlei Organisationen statt. Allen gemein ist, dass es etwas zu essen und trinken gibt! Dazu schließe ich immer einige neue Bekanntschaften, sodass es gar nicht so schlimm ist, dass ich eigentlich nichts neues durch die Vorträge erfahre :-)
6.5.06 17:07


2006-05-09 Hitze

Am Morgen sattele ich mein Fahrrad. Ich habe nur eine Vorlesung am Vormittag, sodass ich den gesamten Nachmittag zur Verfügung habe um eine schöne Tour zu machen!
Das Wetter ist gut (es sollen 21° bei strahlend blauem Himmel werden), also nehme ich mir eine etwas größere Route vor: Entlang des Grand River Trail zum "Waterloo Pioneer Memorial Tower". Dieser liegt zwischen Kitchener und Cambridge, also ca. 15km südlich vom Unicampus.
Nach viel Suchen und Schlucken (Sidewalks hören plötzlich auf, man muss auf einer 4spurigen Straße neben den Autos her fahren) komme ich endlich zu der Stelle, wo laut Karte der Trail beginnen soll. In Realität ist dort ein großer Baumarkt und etwas weiter eine Kirche. Nach zweimaligem Abfahren des Bereichs gebe ich innerlich mein Tagesziel auf und mache mich auf den Rückweg. Erst direkt vor der Brücke über den Grandriver entdecke ich einen kleinen, unscheinbaren Pfad - tatsächlich der, den ich suche! Nur an einer völlig anderen Stelle und auf der anderen Seite der Straße (der Weg führt dann gleich unter der Brücke hindurch). Zunächst erscheint der Weg öde. Ich komme an ein Water Treatment Plant, das den stolzen Namen "Mannheim" trägt. Ist schon bizarr, aber doch nett, an vielen Stellen den Einfluss meines Heimatlandes hier in der Ferne zu entdecken!
Einige hundert Meter weiter versperrt eine Schranke den Weg mit einem Hinweisschild: "GEFAHR! Bitte benutzen Sie den Weg nicht, wenn die Schranke geschlossen ist, da dann Überschwemmungs- und Eisglättegefahr bestehen"
Aha, klar. Seit über einer Woche ist hier kein Regen gewesen, sondern nur Sonnenschein, und es sind über 21°. Nach kurzem Hadern ignoriere ich das Schild. Abgesehen vom groben Schotterweg ist es allerdings sehr schön!

Am Pioneer Tower angelangt, treffe ich eine Frau mit ihrem Hund. Hier ist es recht normal, einen Menschen einfach anzusprechen, wenn man ihn so trifft (sie hat Verwandte in Deutschland, wie irgendwie fast alle hier).
Auf dem Rückweg überfahre ich eine ekelhafte Schlange. Grr.
Nach einem Mittagessen bei Wendy's gehe ich in die Fairview Mall und treffe die Frau vom Pioneer Tower wieder (man sieht sich ja immer zweimal im Leben...)
Erst hier bemerke ich wie rot sich meine Arme gefärbt haben und freue mich schon auf den schönen Sonnenbrand und die dreiviertel Stunde Heimweg...
9.5.06 16:48


2006-05-13 Mennonite Farmers Markt

Heute fahre ich zu der Attraktion, die in KW am bekanntesten ist: Der Mennonite Farmers Market. Samstäglich kommen Mennoniten aus dem Umland mit horse and carriage um ihre meist landwirtschaftlichen Produkte feilzubieten - daher auch der Name. Per Fahrrad sind gerade einmal 10km und das Wetter ist glücklicherweise stabil (trotz 60% POP).
Schon aus einiger Entfernung schlägt mir der Geruch entgegen, den ich vor 20 Jahren in den Ställen meiner Großeltern noch kennen gelernt habe.
Dort angekommen, bin ich verblüfft Musik aus Radios zu hören - Mennoniten sind dafür bekannt, keinerlei Strom zu verwenden.
Jetzt erst merke ich, dass sehr viele Gewerbetreibende auf den Zug (bzw. die Kutsche) aufgesprungen sind und ihre Waren an die Frauen und Männer bringen möchten, die regelmäßig aus dem weiteren Umkreis (u.a. Toronto) anreisen. Von Tand und Trödel über Stereoanlagen, Kleidung, Möbel und Bücher bis hin zu Backwaren und landwirtschaftlichen Produkten kann man hier alles bekommen! (Sogar ausgestopfte Katzen, die miauen und zum Überfluss auch noch Katzengeruch von sich geben - kein Scherz! Immerhin spart man sich Katzeklo, -futter und zerkratze Möbel.)


Etliche Stände sind in großen Hallen, andere draußen. Es sind extra nummerierte Stellplätze auf die Erde aufgetragen, die man anmieten kann. Dafür gibt es auch ein extra Office. Das ganze ist also recht groß angelegt, es gibt Parkplatzeinweiser, Musikanten, Clowns die zur Belustigung der Passanten sorgen,..., und natürlich große Ställe in denen die Pferde untergebracht werden können. (Ich hatte mich schon gefragt, wo denn die ganzen Pferde sind.)
In einer Halle ist der eigentliche Farmers Market (siehe Bild oben). Man erkennt die Mennoniten deutlich an der schwarzen Kleidung und dem zwar höflichen, aber ernsten Gesichtsausdruck. In einer Ecke befinden sich Bankautomaten, doch gibt es fast überall die Möglichkeit mit Kreditkarte zu zahlen. Ich empfinde es als sehr kurios, dass die meisten Stände elektronische Kassen und bargeldlose Zahlmöglichkeiten haben.
Ansonsten bilden die Mennoniten eine Volksgruppe, die sich sozial abgrenzt. Wenn ich es recht verstanden habe, werden sie geduldet: Sie zahlen keine Steuern, erhalten dafür aber auch (fast) keine Leistungen vom Staat: Ihren Lebensunterhalt verdienen sie sich - so weit nötig - durch den Verkauf der garantiert "konventionell" gezogenen Früchte ihrer Arbeit. Ansonsten sind sie weitestgehend Selbstversorger. Sie benutzen keine Straßen, schicken ihre Kinder nicht auf öffentliche Schulen, nehmen Gesundheitsleistungen nur im Notfall in Anspruch und müssen sie dann privat zahlen. Dennoch erreichen sie ein überdurchschnittliches Lebensalter. Ihre Lebensart scheint sich in gewisser Hinsicht auszuzahlen. Unbestreitbar ist jedoch der Geschmack der Produkte! Der Banane-Orangen-Beeren-Saft schmeckt ausgezeichnet und ist sehr erfrischend!
An einem Stand sehe ich "Birkenstock - Tradition seit 1774; 225 Jahre Jubiläum". Beim Bäcker gibt es Apfelstrudel zu kaufen, und an einer Wursttheke ein Stück weiter höre ich, wie sich einige auf Deutsch verabschieden. So komme ich in den Genuss, mich mit deutschen Siedlern zu unterhalten, die seit 1952 in Kanada leben. Zu meinem Erstaunen können sie noch sehr gut Deutsch, sogar die jüngere Generation lernt die Sprache zu Hause!
13.5.06 20:16


2006-05-20 Endlich Neuigkeiten!

Hallo ihr lieben!
Sicher habt ihr in der vergangenen Woche jeden Tag meinen Blog in der Hoffnung auf neues Lesefutter aufgerufen und seid immer wieder enttäuscht worden, weil nichts Neues kam. So lechzt ihr schon nach einem Bericht! Nun, hier kommt er.
Leider ist die Woche ziemlich verregnet. Deswegen kann ich nur wenig außerhalb des Hauses unternehmen – komme dafür aber immer besser in touch mit meiner Gastfamilie! Ich kann immer wieder Unterschiede zu deutschen Gepflogenheiten feststellen, sehe jedoch mehr die Andersartigkeit als das „Falsche“. „Ein anderer Weg für die gleichen Probleme“, wie Martin es formuliert.
Mittwoch Abend treffe ich mich endlich erstmals mit meiner Kleingruppe! Außer mir und den Leitern Holly und Andrew ist leider niemand erschienen; allerdings wohnt Andrew mit Greg, dessen Frau und Kind (Ethen, 3 Wochen alt) zusammen! An alle Chemiker: Wird bestimmt ein explosiver Kerl…
Wir backen Oatmeal-Chocolate-Cookies und ich finde glücklich eine Gruppe, die gern ab und an Tagestrips unternimmt (Niagara-Falls, wir kommen!!!).
Donnerstag steht voll und ganz im Zeichen der Uni: Zu Freitag habe ich zwei Assignments auszuarbeiten. Zunächst Mechanics of Deformable Solids 2, satte 27 Aufgaben. Die meisten sind Review auf die erste Veranstaltung. Den Inhalt kenne ich, allerdings ist es zwei Jahre her, dass ich das alles gelernt habe und so ist eine intensive Nachbearbeitung für mich nötig! Dummerweise sind die Lösungen angegeben (aber nicht die Rechenwege), sodass ich mir einen Ast rechne, bis ich endlich das Ergebnis richtig habe – der Ansatz stimmt oft, aber hier ein Vorzeichenfehler, dort falsch logarithmiert… das drivet mich almost insane…
Am Freitag früh habe ich nach einer kurzen Nacht (das Assignment hat sich ganz schön hingezogen) das zweifelhafte (two coat custody) Vergnügen, den dentalen Standard in Kanada kennen zu lernen. Zwar war ich in Deutschland kurz vor meiner Abreise bei einem Zahnarzt, um alles für die ausländische Zeit auf Vordermann zu bringen (nicht, dass es in Kanada keine Zahnärzte gäbe, aber in Dt. sind alle Standardleistungen Kassenleistungen), und es wurde auch das eine und andere gemacht. Dennoch stellte sich in einem Zahn nach einigen Tagen ein Schmerz beim Kauen ein, der vorher nicht da gewesen ist. Die Füllung ist erneuert worden (war vorher Amalgam). Nachdem meine Gastmutter – sie ist nursery – mir die Diagnose stellte: "entweder der Zahn ist krank, oder ein Loch unter der Füllung" (ja, sehr ermutigend), bin ich nicht wirklich frohen Mutes um 8 Uhr bei Herrn Chiang in Kitchener. Dieser Mensch ist auch in unserer Gemeinde und ein sehr sympathischer, umgänglicher Mensch. Zunächst wird ein X-Ray gemacht: Jedes Behandlungszimmer hat hier ein Röntgengerät eingebaut! Man muss sich also nicht einmal von seinem Stuhl erheben! Jedoch sieht alles bestens aus; er überprüft die Füllung und kommt zu dem Ergebnis: Es wurde vom überschüssigen Füllmaterial zu wenig abgeschliffen, sodass die Füllung nicht planar ist, sondern einen „Buckel“ hat. So beiße ich immer genau auf die Füllung, und die Kraft wird genau auf den Nerv übertragen – wie gut, dass ich dies gerade auch in der Uni lerne . Das tut mit der Zeit natürlich weh; so ist der Nerv angeschwollen und es tut immer doller weh. Also trägt er etwas ab. Zwar ist der Nerv später noch immer geschwollen, doch es wird besser und besser. Ich merke es einige Zeit später nicht mehr so sehr. Das ganze kostet mich 50 Ca$. So ists hier :-)
Zu heute (Freitag) ist neben dem Assignment für MODS noch ein weiteres abzugeben. Um 20 Uhr werfe ich es in die Box ein ;-), danach geht's zur IVFS (On-campus-Jugendgruppe, Mitglied der IFES). Wir spielen Dutch-Blitz, einigen auch bekannt unter Wi-Jo-Ka-Pre. Allerdings nicht die herkömmliche Variante, sondern in 3er-Teams: Die Spielkarten sind ca. 1x0.5m² groß! So wird ein gesamter Seminarraum flugs als Spielfeld verwendet… Beim anschließenden Taboo habe ich die Möglichkeit, meine englische Sprache einer Bewährungsprobe zu unterziehen!
Am Samstag schaffe ich es endlich mir Blumen für mein Zimmer zu kaufen! Sonntag werde ich sie umtopfen; dann werden sie zu meiner Freude und der Verbesserung der Luftqualität dienen! Außerdem schicke ich endlich die restlichen Bafög-Unterlagen nach Deutschland. HALLELUJA!!!!!
Abends gibt’s BBQ und anschließend schaue ich nicht den DaVinciCode-Movie wie die bible-studies-group, sondern „The ´Burbs“ mit Tom Hanks und meiner Gastfamilie (das Kino wäre in Kitchener). Vielleicht habe ich in den nächsten Tagen noch die Möglichkeit, mit Kailey den Film im Kino zu schauen!
Euch eine schöne Himmelfahrts-Woche, und – nein, ich bin nicht neidisch. Montag ist Victorias Day zu Ehren der ersten Königin Englands… und da sagt noch einer, Deutschland sei ent-christensiert…
21.5.06 03:40


2006-05-30 Neues..

....gesellt sich zu Altem hinzu.
Das Wetter hier ist starken Schwankungen unterlegen. Die eine Woche ist es nur regnerisch-bewölkt und um die 10°C, in der nächsten knallt die Sonne auf uns herab und das Thermometer zeigt 3-stellige Werte an.
Mein Gastbruder Jon hat einen Job bei der Humane Society, was er auch stolz jederman verkündet. Neulich war ich dabei, als Bill und er einen Gürtel gekauft haben. Er sagte der Verkäuferin: "Actually, I work at the Humane Society."
Bill sagte darauf, scherzhaft: "Oh, yes, and I've heard thath people who work at the Humane Society get 25% off..."
Die Kassiererin schaute etwas verwirrt, sagte dann aber: "No, but they get a discount of 10%." Grandios!
Ich bin endlich in einer Kleingruppe mit Holly und Andrew gelandet; kommendes Wochenende fährt die gesamte WCF auf ein Retreat am Nordufer des Lake Huron. Dort soll es viele Klapperschlangen geben... ich habe keine wirklich gute Beziehung zu dieser Gattung an Tieren. Bin dennoch gespannt, weil es ja wohl noch etliche andere Dinge dort geben wird!

Gestern bin ich mit dem IXpress Bus nach Cambridge gefahren. Das hat ca. eine halbe Stunde gedauert; auf dem Weg dorthin mussten wir eisenbahntechnisch eine Pause einlegen. Vor uns wartete ein anderer Linienbus. Nach ca. 15 Minuten ist es dem Busfahrer vor uns zu dumm geworden: Er sprang aus seinem Bus und eilte auf den Tim Hortons zu, der am Straßenrand ist.
In dem Moment, da er die Eingangstür erreicht hat, lief der Verkehr weiter. Auch hier in Kanada ist Murpheys Gesetz also gültig!
Rechterhand befand sich diese Reklame:



Hier ist mir endlich klar geworden, warum Amerika sich gegen das metrische System sträubt. Es hat mich ungefähr 2 Minuten gekostet, zu überlegen ob das Angebot nun gut ist oder nicht (dazu muss man allerdings wissen, dass 1ft=12in). In einer Veranstaltung bekommen wir ab und an Aufgaben mit "pound" und "foot" bzw. "inch" gestellt. Spannungsberechnungen liefern dann Ergebnisse in pound over square foot. Zu Deutsch: Pfund pro Quadratfuß. Mit Schuhgröße 45 kann ich meine Schuhe ja fast als Quadratlatschen bezeichnen, so sollte es mir eigentlich keine Probleme machen!

Doch zurück zur Busfahrt nach Cambridge. Eine Haltestelle heißt Bridge Cam; ich stieg aber im "Zentrum" aus. Ein typisches Stadtzentrum für Kanda:



Seitdem ich hier bin, verstehe ich auch endlich das Spiel SimCity besser. Die Straßen hier sind wirklich in einem quadratischen Muster angelegt. Eine Ausnahme macht sicher KW. Viele Leute hier beschweren sich darüber und führen das auf die alten Trails zurück, die von den Pferdekutschen benutzt wurden und schließlich zu richtigen Straßen ausgebaut wurden - krumm und schief mit Kurven. "Am liebsten fahre ich in einer Stadt, wo die Straßen durchnummeriert sind. Da weiß man immer genau, wo man ist."
Ein Amerikaner würde mit dem Auto in Europa wahrscheinlich nach wenigen Minuten "driven insane" und lost sein.
Cambridge fand ich jedenfalls scheußlich; dieses Bild zeigt die Hespeler Street. Ich ging sie ca. 3km entlang und es waren überall, die ganze Zeit, stores auf beiden Seiten. Außerdem war ich in der größten Mall in dieser Gegend!

Ach ja, und endlich habe ich die erste Deutschlandflagge hier entdeckt. Da ist mein Heimatland ja prima repräsentiert ;-)

30.5.06 17:32


2006-05-30 Kleiner Nachtrag

Ich vergaß vorhin:
Einige deutsche Worte haben es geschafft, in den englischen Wortschatz aufgenommen zu werden. Neben bekannten Ausdrücken wie "kindergarten" finde ich "Gesundheit" besonders schön (mich fragten tatsächlich Leute, was das bedeutet; jedenfalls wird es genauso wie im Deutschen angewandt).
Allerdings sind auch in der Wissenschaft schöne Beispiele vertreten. Gestern in einer Vorlesung war eine Matrix zu lösen. Der Dozent wollte wissen, wie man vorgeht, und fragte, wie der gesuchte Ausdruck genannt wird. "It's a German expression."
Einige raunten: "Keine Ahnung" (wo auch immer sie das aufgeschnappt haben).
Lösung wäre jedenfalls gewesen:
Zu bestimmen sind "Eigenwerte", in Englisch "eigen worths"
und "Eigenvektoren", in Englisch "eigen vectors".
Fand ich doch sehr nett

30.5.06 23:45


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